Programm

Das Programm besteht ausschließlich aus kroatischen Volksliedern und Volkstänzen des Burgenlandes sowie Kroatiens.

 

Kurze Präsentation der Volkstänze:

 

Posavina

Die Tänze der Region Posavina (Region entlang des Flusses Save) hatten in ihrer ursprünglichen Form magischen Charakter und waren dem Fruchtbarkeitsgott gewidmet. Während junge Mädchen nach dortigem Brauch durchs Dorf gingen und eine altertümliche Weise sangen (Tanz „Staro Sito“), trachteten die Burschen im Tanz „Dučec“ möglichst hoch zu springen, damit der Flachs umso höher wachse. Den Abschluss bildet der „DRMEŠ“, bei welchem die Tracht besonders gut zur Geltung kommt. Dieser Tanz wird in der Originaltracht vorgestellt, wobei vor allem die Kleidung der Mädchen zu beachten ist – sie ist nämlich zur Gänze handbestickt.

 

Banat

In diesem Tanz bringen übermütige Burschen verschiedene Beweise ihrer Geschicklichkeit. Sie versuchen einander zu übertrumpfen – sei es bei einem Tanz mit der Heugabel, sei es beim Tanz um ein in den Boden getriebenes Messer oder beim Tanz mit der Flasche am Kopf. Und dies alles um jungen Mädchen zu imponieren.

 

Fileško Kolo

Durch Jahrhunderte standen die burgenländischen Kroaten unter dem Einfluss dreier Kulturen: Von den Deutschsprachigen übernahmen sie den Walzer und die Polka, von den Ungarn ihren Čardaš und letztlich bewahrten sie auch ihre eigenen Tanzbräuche. Vor allem kommt bei diesem Tanz das heitere Gemüt der Bewohner dieses Raumes zur Geltung, die sich oft zum Übermut, wie z. B. zum Tanz mit dem Besen oder mit der Flasche hinreißen lassen. Diese Choreografie wurde erstmals 1978 im Rahmen unseres 20-jährigen Jubiläums vorgestellt.

 

Medjimurje

Medjimurje ist eine Region Kroatiens neben der ungarischen Grenze, die zwischen den Flüssen Mur und Drau liegt. Durch die langjährige Zugehörigkeit Kroatiens der ungarischen Hälfte des damaligen Österreich-Ungarn übernahmen die dort lebenden Kroaten viele ungarische Tanzelemente. Der kroatisch-ungarische Stil zeigt sich in der Choreographie (Čardaš) sowie im Tempo und Melos der Lieder. Dieser Tanz wurde zum 35-jährigen Jubiläum unseres Vereins einstudiert.

 

Bunjevac

Weil die Ebenen unserer ehemaligen Heimat sehr fruchtbar waren, konnten sich die Bewohner dieser Gebiete über Jahrhunderte hindurch eines bestimmten Wohlstandes erfreuen. Ein gewisser Stolz und eine bestimmte Eigenart ist auch in deren Volkstänzen zu erkennen. Die Schritte der Tänzer sind kurz und rasch, wobei die Burschen bezüglich Improvisationsgabe und Schrittschwierigkeit wetteifern. Dabei tragen sie an ihren Stiefeln kleine Schellen, sodass der Rhytmus des Tanzes akustisch deutlicher zur Geltung kommt.

 

Prigorje

Diese Tänze aus dem Gebiet um Zagreb sind typische Hochzeitstänze. Bis vor kurzem war es noch Brauch, dass nach einem ganz bestimmten Ritual und einer genau festgelegten Reihenfolge getanzt wurde. Dabei war der altertümliche Tanz „SUKAČICA“ – das ist der Tanz der Hochzeitsköchinnen – obligatorisch. Der „DRMEŠ“, der früher nur zu Festtagen getanzt wurde, hat hier eine besondere Variante, die viel Geschicklichkeit erfordert. Sein Charakteristikum besteht darin, dass die Tänzer mehr oder minder an einer Stelle stehen und kleine Zitterbewegungen ausführen. Graničari zeigen diese Tänze in Originaltracht.

 

Baranjski Plesovi – Kolovodja

Früher waren viele Menschen das ganze Jahr über mit Arbeiten auf dem Felde beschäftigt. Zu den schönsten Arbeiten gehörte die Arbeit im schattigen Weingarten. In diesem Tanz wird gezeigt, wie sich eine Gruppe junger Burschen und Mädchen im Weingarten trifft. Während einer kurzen Rast fordern die Mädchen den Reigenführer (KOLOVODJA) auf, einen Reigen zu eröffnen. Sofort ist alle Müdigkeit verflogen, und die Jugend findet Vergnügen am gemeinsamen Kolo-Tanz.

 

Slavonija

Diese Region Kroatiens ist der unsrigen am ähnlichsten: Breites und weites Gelände, nur hier und da ein kleiner Hügel, und wohin das Auge reicht – fruchtbares Ackerland.
Das Schwerpunktthema der Tänze ist die Ernte. Um die schwere Arbeit der Erntezeit leichter zu ertragen, kleideten sich die Leute in weiß – weißes Leinen absorbiert beinah keine Sonnenstrahlen. Zu Mittag rastete und aß man im Schatten.
Damit diese jahrhundertelang andauernde Lebensweise nicht in Vergessenheit gerät, haben wir zum Anlass unseres 40-jährigen Jubiläums einen slawonischen Reigen einstudiert.

 

Turopolje

Turopolje liegt nordöstlich von Zagreb. Die Nähe zu der Region um Zagreb (Prigorje) sieht man auch in den Tänzen, und zwar im DRMEŠ, der dem Drmeš der Region Prigorje ähnlich ist. Den Höhepunkt des Tanzes bildet ein rasches Drehen, welches ein Mühlrad symbolisiert und die Dankbarkeit der Bauern über die Ernte ausdrückt.

 

Granice

Im diesen Tanz wird auf die unterschiedlichen Grenzen – zwischen Mann und Frau, zwischen Generationen, zwischen Tradition umd Moderne, sprachlicher, geographischer Natur – eingegangen, wobei hier die Grenze eine verbindende und nicht trennende Funktion darstellen soll. Die Choreographie wurde von Stefan Novak, die Musik von Hannes Laszakovich, beide im Folkloreensemble Kolo Slavuj aktiv, arrangiert. Im Rahmen unseres 45-jährigen Jubiläums wurde diese Choreographie erstmals aufgeführt.

 

 

Unser Tamburizza-Orchester

Granicari_TamburizzaOrchester

 

Das Instrument TAMBURIZZA

Die Tamburizza ist ein Saiteninstrument, welches eine große Ähnlichkeit mit der Mandoline und der russischen Balalaika besitzt. Denn wie auch diese Instrumente werden die Saiten nicht mit dem Finger gezupft, wie etwa bei der Gitarre, sondern durch eine rasche Zitterbewegung mittels Zupfblatt, genannt TRZALICA, zum Klingen gebracht. Ein Tamburizza-Orchester hat unterschiedlich große Instrumente:

  1. Das kleinste Instrument, genannt „BISERNICA“ oder „PRIMA“, gleicht ganz besonders der Mandoline. Es ist gegenüber der natürlichen Stimmlage des Menschen um eine Oktav höher gestimmt und spielt die Leitstimme im Orchesters.

  2. „BRAČ“ wird das nächstgrößere Instrument genannt. Dies ist das meistgebräuchliste Instrument und es spielt die 1., 2. und 3. Stimme. Es verleiht dem Tamburizzaspiel infolge eines größeren Klangkörgers gegenüber der Prima einen harmonischen, angenehmen Klang. Die Stimmlage entspricht der natürlichen Stimmlage des Menschen.

  3. Die restlichen Instrumente dienen der Begleitung. So ist die „BUGARIJA“ nicht nur dem Äußeren nach der Gitarre ähnlich, sondern damit werden, wie bei der Gitarre, die Akkorde gespielt. Der Klang der BUGARIJA ist im Vergleich etwas dumpfer und tiefer.

  4. Das typische Bassinstrument jeder Tamburizzagruppe ist die „BERDE“, ein riesiger, tief gestimmter Kontrabass, der am Hals mit „Bünden“ versehen ist.

Granicari_Tamburizza


Die Tamburizza ist aber erst seit dem 19. Jhd. das typische Volksinstrument der Kroaten. Frühere Volksinstrumente waren der Dudelsack und die Flöte. Ins Burgenland kam die Tamburizza erst zu Anfang des 20. Jahrhunderts.